Das Gedenken an den Brandanschlag gewinnt gerade vor dem Hintergrund der Wahlergebnisse der EU-Wahl eine neue gesellschaftliche und politische Bedeutung. Vor 26 Jahren zündeten Rechtsradikale in Solingen ein Haus an und fünf Menschen starben. Die damals dreijährige Güldane überlebte den Anschlag schwer verletzt. Ihr Leben und das ihrer Familie Genc ist bis heute geprägt von Schmerz und Leid. Der Fremdenhass entlud sich in der Nacht vom 29.05.1993 in Solingen mit voller Gewalt und Mordabsicht.

Nicht vergessen sind ebenfalls die rassistischen Anschläge von Hoyerswerda 1991, Hünxe 1991, Rostock-Lichtenhagen 1992, Mölln 1992.  Der Versuch, die Anschläge damit zu erklären, dass die Stimmung durch die Flüchtlingskrise -ausgelöst durch den Krieg in Jugoslawien- aufgeheizt war, ist bis heute nicht akzeptabel.

Es war und ist ein feiger Mordanschlag mit rassistischer Motivation! Heute erinnern wir an die Opfer, um die Erinnerung lebendig zu halten. Die Wunden vernarben und die Toten ruhen, aber das Geschehene darf nicht vergessen werden, um in der Zukunft den kommenden Generationen eine Orientierung zu geben. Der Umgang mit der Geschichte ist das Fundament der Zukunft und das Fundament des Lernens für eine friedliche Gesellschaft. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Wiederholungen zu verhindern. Wir müssen die Folgen von Rassismus lebendig halten und den Blick der Menschen dafür schärfen, die Anfänge zu sehen und gemeinsam zu verhindern.

Wir gedenken allen Opfern und wünschen allen Hinterbliebenen weiterhin Kraft für ihre Zukunft.

 

Mit der Bitte um Kenntnisnahme

UID Vorstand