In den letzten Jahren beobachten wir mit großer Sorge eine steigende Islamophobie in Europa. Diese Phobie begrenzt sich nicht nur auf den Islam. Sie hat auch einen großen Einfluss auf das Leben der Muslime. Unsere Beobachtungen finden eine Bestätigung in diversen Studien. Die neue Studie „Konkurrenz um Anerkennung“ des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung geht beispielsweise auf die Auswirkungen der Islamophobie in den Bereichen Bildung und Beruf in Deutschland ein. So stellen die Forscher fest, dass 33,8 Prozent der Westdeutschen und 47,6 Prozent der Ostdeutschen ein schlechtes Gefühl hätten, wenn mehr Muslime in Führungspositionen im Beruf kommen würden. Außerdem waren 33,1 Prozent der Westdeutschen und 40,4 Prozent der Ostdeutschen der Meinung, man müsse aufpassen, dass Bildungserfolge von Muslimen nicht zu Lasten der Bildungschancen der Restbevölkerung gehen. Diese Zahlen sind erschreckend hoch.

Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Positionen zur Diskriminierung muslimischer Kinder in der Schule und erwachsener Muslime im Beruf führen.

Dieses Problem ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Auch in anderen europäischen Ländern ist eine ähnliche Lage zu beobachten. Einerseits unterstellen viele Menschen vor allem in rechtspopulisitischen Parteien den Muslimen, nicht integrierbar zu sein und keinen Wert auf Bildung und Beruf zu setzen. Andererseits sind viele dieser Menschen gegen einen Erfolg der Muslime in diesen Bereichen.

Muslimfeindlichkeit darf von den Regierungen und den Medien nicht als Randthema abgetan werden. Sie bedroht nicht nur das Leben der Muslime, wie wir beispielsweise bei den muslimfeindlichen Terroranschlägen im März 2019 in Neuseeland gesehen haben. Islamophobie führt zur Benachteiligung von Millionen Muslimen in vielen Lebensbereichen in Europa.

Wir verurteilen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie Rassismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit und weisen darauf hin, dass Chancengleichheit einen Grundpfeiler der Demokratie darstellt.

 

Mit der Bitte um Kenntnisnahme

UID Vorstand