In der Silvesternacht fuhr ein 50 Jahre alter deutscher Mann aus rassistischem Hass in mehrere Menschengruppen und verletzte dabei acht Menschen. Die Angriffe erfolgten an vier Tatorten in Bottrop und Essen. Wir stufen diese Mordversuche als rassistische Terroranschläge ein. In den letzten Jahren ist die Zahl rassistisch motivierter Straftaten massiv angestiegen. Diese Entwicklung verunsichert insbesondere Einwanderer, Juden und Muslime in Deutschland. Die Ursachen des Rechtsrucks in Deutschland liegen unter anderem in der tendenziösen Berichterstattung vieler Medien und in den oftmals verantwortungslos geführten Islam- und Integrationsdebatten vieler Politiker.

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei verletzte der Mann in der Silvesternacht mit seinem Auto eine Frau aus Syrien lebensgefährlich. Der Ehemann und die 16 und 27 Jahre alten Töchter der Frau wurden ebenfalls verletzt. Außerdem sind ein vierjähriger Junge und seine Mutter aus Afghanistan, ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien und ein Mann mit türkischen Wurzeln unter den Verletzten. NRW-Innenminister Herbert Reul sagte nach der Vernehmung des Festgenommenen, dass es die klare Absicht gab, Ausländer zu töten. Reul fügte hinzu, dass der Angreifer scheinbar „aus einer persönlichen Betroffenheit und Unmut heraus dann Hass auf Fremde entwickelt hat“.

Wir sind irritiert über die Worte Herrn Reuls, dass der Täter „aus persönlicher Betroffenheit und Unmut“ heraus Hass auf Fremde entwickelt haben könnte. Die Ursachen der rassistischen Ideologie des Täters auf seine persönliche Betroffenheit und seinen Unmut zu reduzieren, ist falsch. Auch viele erfolgreiche und mit ihrem Leben zufriedene Menschen entwickeln rassistischen Hass.

Wir weisen darauf hin, dass der Anteil einiger Medien und Politiker beim Rechtsruck in Deutschland nicht zu unterschätzen ist. Als eines der jüngsten Beispiele von Medienberichten, die Vorurteile gegen Menschen mit Migrationshintergrund schüren, ist der am Freitag den 28.12.2018 veröffentlichte Artikel der BILD zu nennen. In diesem Artikel wird die DITIB-Zentralmoschee auf skandalöse Weise angegriffen und die Muslime werden wieder unter Generalverdacht gestellt. Hohe Zeitungsauflagen werden oftmals als wichtiger erachtet als der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Demokratie in unserem Land.

Laut dem Bundesinnenministerium ist die Anzahl der Angriffe gegen Einwanderer stark angestiegen. Muslimfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sind eine Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung in Deutschland.

Durch die Strategie des kalkulierten Tabubruchs vieler Medien und rechtspopulistischer Politiker ist die Hemmschwelle für unterschwellige und offene rassistische Äußerungen gesunken. Diese gefährliche Entwicklung darf von der Politik nicht als Randthema abgetan werden, sondern sie gehört in das Zentrum der politischen Aufmerksamkeit.

Die rassistischen Angriffe in Bottrop und Essen haben uns schockiert. Wir hoffen auf die baldige Genesung der Verletzten und sprechen unsere aufrichtige Anteilnahme aus.

 

Mit der Bitte um Kenntnisnahme

 

UID Vorstand