Analyse und Kommentar zur ersten Runde der BP-Wahl 2016

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Der Erdrutschsieg des FP-Kandidaten schockiert die Österreichische Politlandschaft.

Entgegen aller Prognosen und Meinungsforscher errang Norbert Hofer gleich im ersten Wahlgang 35,3 Prozent der Wählerstimmen.  Der als Favorit ins Rennen um die Hofburg gegangene BP-Kandidat Alexander Van der Bellen konnte sich nur knapp (21,3) gegenüber Irmgard Griss  (19,0) durchsetzen.

Die Kandidaten der Regierungsparteien liegen mit jeweils 11,1 % (Khol – ÖVP) und 10,9 % (Hundstorfer) weit zurück. Das Schlusslicht stellt erwartungsgemäß Richard Lugner mit 2,3% der Wählerstimmen.

Nun stellt sich die Frage, wie konnte es zu einen derartigen Erdrutschsieg für die FPÖ kommen?

Die FPÖ und somit Norbert Hofer profitieren enorm von der Fremdenfeindlichen Stimmung im Land, auch die Anti-Asylantenpolitik jener Partei war bereits Vorentscheidend für ein derartiges Ergebnis.

Da Meinungsforscher in zahlreichen Umfragen vor der Wahl, Alexander Van der Bellen als klaren Favoriten priesen, ja schon einen klaren Einzug in die Hofburg bescheinigten, sowie Irmgard Gries als Favoritin für die Stichwahl handelten, wurde lange die Gefahr von Norbert Hofer und der FPÖ öffentlich und medial nicht wahrgenommen.

Erst als der Wahltag beinahe schon unmittelbar bevorstand rechnete man Hofer ebenfalls zu den Favoriten und bescheinigte ihm den möglichen Platz 2, mit Van der Bellen weiterhin als Erstplatzierten.

1Bei  vielen Unterstützern und potenziellen Wählern wurde durch die Prognosen  der Eindruck gemacht, dass das Ergebnis ohnehin bereits feststünde. Nicht zuletzt auch dadurch, haben trotz der Möglichkeit zur Briefwahl, viele Stimmberechtige ihr Wahlrecht nicht wahrgenommen.Die FPÖ warb jedoch weiterhin konsequent und konnte ihre Wählerschaft weithingehend erfolgreich mobilisieren und zum Urnengang einschwören.

Auch lässt sich wieder ein interessanter Trend im Hinblick auf das Wahlverhalten nach Bildungsabschluss beobachten, wo vor allem die FPÖ bei jüngeren als auch Menschen ohne akademische Ausbildung größeren Zuspruch findet.

Schuld trägt auch die SPÖ-ÖVP Koalition welche sich auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte.

Ein gemeinsamer Kandidat hätte eine starke geeinte Regierung symbolisiert, das Vertrauen der Bürger zumindest Teilweise wiederhergestellt und Wählerstimmen wirksam bündeln können anstelle sie weiter aufzusplittern. Trotz allem entschlossen sich SPÖ und ÖVP zur Aufstellung von eigenständigen Kandidaten.

Die erfolgsverwöhnten Parteien stellten zudem uncharismatische Kandidaten, deren Wahlprogramm lediglich Auszüge aus deren Parteiprogramm darstellten.

Hier sollten die Meinungsforscher recht behalten, denn im Voraus war bereits klar war, dass diese nicht in die Stichwahl gelangen würden.

Spätestens seit der dieser Wahl lässt sich klar erkennen dass die beiden konventionellen Parteien welche seit der Ausrufung der 2. Republik ununterbrochen Regierung und Bundepräsidenten stellten, zu schwinden beginnen und ihre tragende Rolle verloren haben.

Auch Klassische Themen wie bspw. Soziale Sicherheit, Bildung und Wohnraum, scheinen Pro oder Contra Ausländer, Islam, Türken, Flüchtlinge gewichen zu sein. Diese Polarisierung hat die Politische Mitte regelrecht aufgelöst und die Parteienlandschaft nach links  oder rechts gerissen.

Für die kommende BP-Stichwahl wird entscheidend sein, ob Van der Bellen und Hofer ihre Unterstützer noch einmal mobilisieren können, wobei die FPÖ mit Norbert Hofer hier klar im Vorteil ist. Auch werden sich die ÖVP und Irmgard Griss als Königsmacher herauskristallisieren und als solches den Kandidaten anbiedern. SPÖ unter Kanzler Feymann, als auch die Partei NEOS haben ihre Unterstützung für Alexander Van der Bellen bereits zugesagt.

Die Situation der muslimischen Wähler hingegen ist prekär wie noch nie zuvor. Ein möglicher FPÖ-Bundespräsident der in einem Interview öffentlich bekannt gibt, seiner Meinung gehöre der Islam nicht zu Österreich sowie das Wahlergebnis an sich, geben bereits einen Vorgeschmack auf die kommende Nationalratswahl. Gerade in Zeiten wo ein derartiger Rechtsruck in der Österreichischen Zivil- und Politlandschaft erkennbar ist, ist es umso wichtiger auch ein Auge auf die kommende IGGIÖ Wahl zu haben.

Hier ist ein starker, aktiver Mann an der Spitze erforderlich der die Muslimischen Mitbürger gegenüber den kommenden Herausforderungen angemessen vertritt.

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